Solo

      Intro_Mazedonischer_Tanz

Solo Melanie Barth

„Ché Accordeon!“ 

„Ché Accodeon“ bedeutet so viel wie „Hallo, Akkordeon!“ In Anlehnung an den berühmten Titel „ché bandoneon!“ von Anibal Troilo hat Melanie Barth den Titel für ihr Soloprgramm als Vorlage genommen. Sie vereint in diesem Programm die verschiedenartigsten Stimmungen, die man mit einem Akkordeon zum Ausdruck bringen kann.

Melanie Barth interpretiert  Tango Nuevo, französische Musette, sowie andere musikalische Genres, auch Eigenkompositionen. Sie vermischt Einflüsse aus dem Weltmusikbereich mit Elementen des Pop und Jazz. Es ist Musik, die vor allem emotional berührt und eine Stimmung entstehen läßt, die nur annähernd mit sehnsüchtig oder melancholisch beschrieben werden kann.

In einer Konzertankündigung von Dieter Bitterli heißt es:

Sich zurücklehnen. – Ein Sommerabend. – Mit Musik unter dem Baum in den Traum gleiten, in sich das Echo der Musik aus der Ferne. – Sich bewegen wie im Tanz…

Melanie Barth spielt ihr Instrument

– spielerisch
– magisch
– verblüffend
– mit dem Sinn für die Komposition
– transparent mit inhaltlichem Engagement

»Ein Abend zum Verlieben, wenn Melanie Barth sich mit ihrem Akkordeon zu einer melodiös unter die Haut gehenden Einheit verband.«

»Wie zur Vernissage wird die Akkordeonspielerin Melanie Barth […] mit ihren einfühlsamen Interpretationen des Tango Nuevo zu hören sein.« 

Pressekritik 2015

„Der Vorraum zum Paradis“; Mo, 03. August 2015
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Martina David-Wenk

Wie sieht es in der Vorstufe zum Paradies aus? Eine alte Kastanie steht dort in einem Hof eines alten Markgräfler Hauses, der Sommerabend ist warm und eine Akkordeonistin spielt herzerweichend ihr Instrument. Die vielen treuen Besucher des Theaters im Hof in Riedlingen würden unisono diese Antwort geben, hätte man sie dies nach dem Konzert mit Melanie Barth gefragt. Einmal mehr verschmelzen hier Ort und Musik untrennbar miteinander und wirken noch lange nach.

Seit fast vierzig Jahren spielt Melanie Barth schon Akkordeon, hat es später dann auch studiert. Musikerin und Instrument sind eine lebenslange Symbiose eingegangen. Fast zärtlich huschen ihre Finger über die Knöpfe ihres Instruments, das Instrument beantwortet diese behutsame Spielweise mit seinem warmen Klang. Astor Piazollas Tango Nuevo bildet den Kern ihre Programms beim Theater im Hof. So hart dieser manchmal klingen mag, bei Melanie Barth klingt in diesem Aufbruch nach neuen Inhalten viel melancholische Wärme mit.

An der Neuerung führt nichts vorbei, was die Prise Wehmut, weil das Vergangene eben vergangen ist, nicht ausschließt. So viel Wehmut in dieser Stunde Musik, schon nach dem ersten Stück waren Publikum und Musikerin eins. Die Nähe zu Frankreich betont sie immer wieder, wie schön es doch sei hier zu spielen. Mit zwei Stücken aus dem Film „die wunderbare Welt der Amelie“ erweist sie der französischen Akkordeonmusik ihre Referenz. Auch ein Stück von Meister Richard Galiano, „Tango pour Claude“, spielt sie mit der geforderten Dynamik. Dieses Stück zelebriert ein Paradoxon, gleichzeitig nach vorne zu streben und stillzustehen. Stillstand ist in diesem Tango voller Bewegung. Melanie Barth hebt diesen Widerspruch nicht auf, ihr Scandalli Akkordeon dämpft ihn höchstens etwas durch seinen warmen Klang.

Die Frau auf der Bühne verschwindet fast ganz hinter ihrer Musik und ihren Interpretationen. Sie braucht keinen großen Auftritt, ihr genügt ihre Musik und ihr Instrument. Mit dem sie auch neue Wege geht. Wenn sie zum Beispiel Erik Satie’s Gnossienne 1 und 3 auf dem Akkordeon interpretiert. Die neue andere Klangfarbe des Akkordeons rückt es nahe an Piazollas Tango Nuevo ohne jedoch dessen Pathos zu verfallen. Mit diesen Interpretationen scheint Melanie Barth ganz bei sich zu sein. So sehr sie, wie sie sagt, die südamerikanischen Rhythmen liebt, Einheit von Stück und Interpretin ist bei diesen Satie-Stücken am größten. Herzergreifend, voller Virtuosität. Ein wunderschöner Abend aus dem Vorraum zum Paradies.


Pressekritik 2019

von: Ekkehard Ochs, Musikwissenschaftler